Fort- und Weiterbildungen stehen – wie viele Bereiche – in Pandemie-Zeiten vor besonderen Herausforderungen. Behördliche Anordnungen sorgen dafür, dass die Bildungshäuser ihre Hygienekonzepte und Zugangsvoraussetzungen regelmäßig überarbeiten müssen. Je nach geltender Corona-Schutzverordnung des Landes NRW oder lokaler Behörden sind wir gezwungen, einzelne Veranstaltungen abzusagen. Generell bemühen wir uns, unter Wahrung der AHA-Regeln Präsenzveranstaltungen durchzuführen. Außerdem bieten wir vermehrt digitale Formate an, um besonders vulnerable Personengruppen zu schützen und ihnen dennoch Fort- und Weiterbildung zu ermöglichen. Teilnehmender unserer Veranstaltungen werden von uns jeweils umgehend über aktuelle Entwicklungen informiert.

Die Pandemie hat uns im Kontext der beruflichen Fort- und Weiterbildung wie viele andere auch empfindlich getroffen! Mitte März 2020 mussten wir aufgrund gesetzlicher Vorgaben, aber auch sehr naheliegender Fakten von heute auf morgen sämtliche Veranstaltungen stornieren. Fortbildungen wurden auf unbestimmte Termine hin verschoben oder ganz abgesagt, Weiterbildungen mussten unterbrochen werden – Fortsetzung und Wiederaufnahme völlig offen.

Wir haben dieses Szenarium verglichen mit einem Turm aus Bauklötzchen: Das Konstrukt fällt urplötzlich in seine Teilchen zusammen und hinterlässt Enttäuschung, Ratlosigkeit und die offene Frage, wie und wann Bildung wieder die tragende Rolle spielen kann, die wir ihr traditionell zuerkennen. Uns war aber auch sehr schnell bewusst, dass wir neue Wege der didaktischen Aufbereitung benötigen, mindestens aber Alternativen brauchen bei weiteren Einschränkungen durch diese oder andere höhere Gewalten.

Im Juni 2020 konnten wir in zwei unterbrochenen Weiterbildungen erste Erfahrungen mit digitalen Formen sammeln. In Videokonferenzen haben wir Themen behandelt, die wir vorher nie der digitalen Welt anvertraut hätten. Not macht eben erfinderisch und auch mutig. Selbstverständlich macht die physische Präsenz mit Teilnehmenden mehr Freude und ist wahrscheinlich lerntheoretisch nachhaltiger. Trotzdem aber sehen wir auch Chancen in den neuen Formaten: Bildung kann stattfinden, Teilnehmende aus vulnerablen Zielgruppen können gefahrlos dabei sein, entsendende Träger und Einrichtungen bringen ihre Mitarbeitenden nicht unnötig in die Gefahr einer Infizierung.

Wir sind mit digitalen Formaten noch Lernende und versuchen, uns darin zu optimieren. Wichtig ist uns dabei jedoch, dass wir Teilnehmende auf diesem Weg mitnehmen und nicht überfordern – weder didaktisch, noch technisch! Insofern sind wir mehr denn je auf Ihre Rückmeldungen angewiesen. Vorrang werden für uns weiterhin Bildungsmaßnahmen in Präsenz haben, aber die digitale Welt begreifen wir als eine für alle Beteiligten lohnenswerte Alternative.

Herzliche Einladung zur analogen und digitalen Teilnahme und beste Wünsche für lohnende und gelingende Lehr- und Lernprozesse!

Paderborn, im Oktober 2020

Foto: Nicole Kronauge

Josef Lüttig

Diözesan-Caritasdirektor

Foto: Jürgen Sauer

Michael Mendelin

Leiter der Fachstelle für PE / OE